Erste Untersuchung in der Schwangerschaft:

Zu Beginn der Schwangerschaft überprüfen wir die Vitalität der Schwangerschaft mittels Ultraschall und schauen, ob es sich um einen Einling oder um Mehrlinge handelt. Zudem wird eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen. Sie erhalten Ihren Mutterpass, nachdem folgende Blutuntersuchungen durchgeführt wurden:

06. - 32. Schwangerschaftswoche

Bis zur 32. Schwangerschaftswoche finden die Untersuchungen, einen unkomplizierten Verlauf vorausgesetzt, im vierwöchigen Abstand statt. Bei jeder dieser Untersuchungen wird ihr Urin auf Infektionen untersucht und Ihr Blutdruck und Gewicht  gemessen. Eine vaginale Untersuchung dient dem Erkennen einer vorzeitigen Verkürzung des Gebärmutterhalses sowie dem Ausschluss von vaginalen Infektionen.

Um die 12. Woche wird eine Ultrschalluntersuchung durchgeführt. Laut Mutterschaftsrichtlinien wird bei dieser Untersuchung lediglich die Vitalität und die Anzahl der Feten bestimmt. Sollten Sie dies wünschen, so können wir zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich einen frühen Feinultraschall inkl. Nackentransparenzmessung durchführen.

Mit 20 SSW folgt die zweite große Ultraschalluntersuchung. Bei dieser Feindiagnostik (Degum II Ultraschall) werden die Organe des Kindes, insbesondere das Gehirn und das Herz (fetale Echokardiographie) beurteilt. Ergänzend wird eine Dopplersonographie und falls erwünscht eine 3D-Sonographie (soweit von den Untersuchungsbedingungen möglich) durchgeführt.
Unser Untersucher hat die DEGUM II Zertifizierung.

In der 26. Schwangerschaftswoche wird eine Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft (sog. Gestationsdiabetes) durch eine Blutentnahme nach vorherigem Trinken einer Zuckerlösung ausgeschlossen. Zeitgleich wird eine erneute Kontrolle der Antikörper im Blut durchgeführt.

Ab der 30. Woche werden die Herztöne des Kindes mittels CTG (Cardio-Toko-Gramm; eine Art EKG des Kindes) über die Bauchdecke der Mutter abgeleitet. Dadurch erhalten wir wichtige Informationen über das Befinden des Kindes. Gleichzeitig können dadurch vorzeitige Wehen ausgeschlossen werden.

32. Schwangerschaftswoche bis Entbindungstermin:

Ab der 32. Woche finden die Untersuchungen alle 2 Wochen statt. In der 34. Woche wird noch ein Suchtest auf Hepatitis B in Ihrem Blut durchgeführt. Blutgruppenbestimmung, Antikörpersuchtest, Suchtest auf Syphilis, falls erwünscht ein HIV-Test. Weiterhin ein Suchtest auf Chlamydien.

Überschreiten des Entbindungstermin:
Ab dem Termin werden die Kontrollen engmaschiger alle 2 - 3 Tage durchgeführt. 

Zusätzliche Leistungen in der Schwangerschaft:

Zusätzlich zu den oben genannten gesetzlich geregelten Untersuchungen können Sie weitere Leistungen in Anspruch nehmen, um eine optimale Versorgung von Ihnen und Ihrem Kind in der Schwangerschaft zu gewährleisten.

Ultraschall

Laut Mutterschaftsrichtlinien sind in der Schwangerschaft nur drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Nämlich in der 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche. Dabei wird in der 10. Schwangerschaftswoche lediglich die Vitalität und die Anzahl der Feten bestimmt. In der 20. Woche wird das Organscreening durchgeführt. In der 30. Woche wird nochmals das Wachstum kontrolliert.

Nackentransparenzmessung:
Bei dem Ersttrimester-Screening (Nackentransparenz-Messung) handelt es sich um eine nicht-invasive risikolose Ultraschalluntersuchung zwischen der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche. Dabei wird eine individuelle Risikoabschätzung für das Vorliegen von Chromosomenstörungen (Trisomien 13, 18, 21) beim ungeborenen Kind durchgeführt. Zudem erfolgt ein früher Feinultraschall, d.h. die zu diesem Zeitpunkt beurteilbaren Organe werden detailliert untersucht, um so schwere Fehlbildungen zu diesem frühen Zeitpunkt auszuschliessen.

3D/4D Ultraschalluntersuchungen:
Die Durchführbarkeit der 3D-Sonographie ist stark abhängig von den Untersuchungsbedingungen (z.B. Schwangerschaftsalter, Fruchtwassermenge, Lage des Kindes, Bauchdeckendicke).
Die Darstellung bewegter 3-D-Bilder wird als 4D-Sonographie bezeichnet. Die 3D-Sonographie dient nicht zum Ausschluss von kindlichen Fehlbildungen.

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen:
Gesetzlich sind nur drei Ultraschalluntersuchungen in der 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche vorgesehen. Sie haben natürlich die Möglichkeit, in der Zwischenzeit eine Ultraschalluntersuchung durchführen zu lassen, um so die Entwicklung ihres Kindes zu verfolgen und ggf. auch das Geschlecht ihres Kindes zu erfahren.

Suchtests nach in der Schwangerschaft relevanten Infektionskrankheiten:

Zytomegalie-Virus (CMV):
Infektionen mit dem Zytomegalie-Virus sind die häufigsten Infektionen in der Schwangerschaft, bei der die Infektion von der Mutter auf das Kind übertragen wird. Kommt es zu einer Infektion der Mutter, so kann der Erreger auf das Kind übertragen werden. Dies kann zu Fehlbildungen des Gehirns, der Augen und weiterer Organsysteme des Kindes führen. Häufig erfolgt die  Ansteckung als Tröpfcheninfektion über Speichel oder auch beim Wickeln von Kleinkindern über deren infizierten Urin. Sollte bei Ihnen eine Infektion durch die Blutuntersuchung festgestellt werden (die meisten Infektionen verlaufen bei uns Erwachsenen unbemerkt), so steht seit wenigen Jahren eine spezielle Therapiemöglichkeit in Form einer Art Impfung zur Verfügung.

Toxoplasmose:
Diese spezielle Bakterienart wird vor allem durch Katzenkot und rohes Fleisch auf den Menschen übertragen. Die Infektionen bei Erwachsenen verlaufen dabei zumeist unerkannt. Allerdings kann es bei einer mütterlichen Infektion zu einer Übertragung auf das Kind kommen und dadurch Schäden des Gehirns und weiterer Organe verursachen. Sollte eine Infektion bei Ihnen festgestellt werden, so kann diese durch Gabe verschiedener Antibiotika behandelt und so Spätschäden beim Kind vermieden werden.

Parvovirus B19 (Ringelröteln)
sind nicht mit den normalen Röteln gleichzusetzen. Sie werden v.a. durch Kleinkinder durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Für den Erwachsenen verlaufen sie harmlos, beim ungeboren Kind können sie allerdings eine Blutarmut mit nachfolgendem Herzversagen verursachen. Sollte bei Ihnen eine Infektion festgestellt werden, so kann eine mögliche Infektion des Kindes durch dopplersonographische Untersuchungen (in diesem Fall eine Kassenleistung) bei uns in der Praxis nachgewiesen werden. Sollte bei dieser Untersuchung eine Blutarmut des Kindes diagnostiziert werden, kann diese durch Bluttransfusionen in einem spezialisierten Zentrum behandelt werden.

Beta-Streptokokken:
Diese Bakterien finden sich im Scheidensekret von ca. 30% aller Frauen. Ausserhalb der Schwangerschaft haben diese Bakterien keine besondere Relevanz. Auch in der Schwangerschaft besteht bis zur Geburt keine Gefahr für das Kind. Unter der Geburt kann sich das Kind allerdings damit infizieren. Dies kann dann zu lebensbedrohlichen Infektionen des Kindes führen. Durch eine Antibiotikagabe unter der Geburt können diese Infektionen zu einem sehr grossen Teil verhindert werden.